Von der Metallkeramik zur Vollkeramik

Deutliche Nachteile der KunststoffverblendungDie Einführung der Metallkeramik vor über 10 Jahren hat zu erheblichen Fortschritten bei der Herstellung von zahnfarbenen prothetischen Restaurationen geführt. Die Nachteile des kunststoffverblendeten Zahnersatzes (z. B. mangelnde Verfärbungsresistenz und unzureichende Verschleißfestigkeit) wunder durch die Verwendung von Dentalkeramiken als Verblendwerkstoff eliminiert.
Fortschritt durch MetallkeramikDie metallkeramische Restauration hat sich inzwischen als Standardverfahren in der zahnärztlichen Prothetik etabliert. Konsequente materialkundliche Verbesserungen haben zu einer ästhetischen Optimierung, insbesondere im Zervikalbereich, geführt.
Verbesserte Ästhetik im Zervikalbereich

Folgende Materialien und Techniken werden für die ästhetische Optimierung genutzt:

  • goldfarbene Gerüstwerkstoffe
  • modifizierte Gerüstformen
  • keramische Stufe
Verbesserter VerbundDas Risiko eines mangelhaften Verbundes zwischen Metallgerüst und Verblendwerkstoff kann heute - zumindest bei den hochgoldhaltigen Edelmetallwerkstoffen - als gelöst betrachtet werden. Legt man alle möglichen Ursachen eines Misserfolges zugrunde, so ist bei einer metallkeramischen Restauration mit einer jährlichen Misserfolgsquote von 1-1,5% zu rechnen.
 Die Metallkeramik ist aufgrund der langjährigen klinischen Anwendung als sicheres und klinisch erbrobtes Verfahren zu betrachten . Sie ist somit gleichsam der Vergleichsstandard für die Bewertung innovativer Restaurationsverfahren in der zahnärztlichen Prothetik. Allerdings wirkt sich die fehlende Lichtdurchlässigkeit des metallischen Gerüstes limitierend auf den ästhetischen Erfolg einer metallkeramischen Restauration aus. Zudem besteht insbesondere bei edelmetallfreien aufbrennfähigen Legierungen das Risiko einer Materialunverträglichkeit /z.B.Nickel, Kobalt, Chrom/.
Mehr Ästhetik durch VollkeramikIm Vergleich hierzu bieten vollkeramische Restaurationen aufgrund ihrer verbesserten Transluzenz und Transparenz ein höheres ästhetisches Potenzial. Die ausgezeichnete Biokompatibilität und geringe Plaqueaffinität lassen sie darüber hinaus als idealen Werksoff für dentale Restaurationen erscheinen.
Limit: DauerfestigkeitDie unzureichende Dauerfestigkeit marktüblicher Dentalkeramiken limitierte jedoch über lange Zeit den klinischen Einsatz vollkermischer Restaurationen. Der Einsatz reiner Verblendkeramiken für die Herstellung vollkeramischer Restaurationen kann nur für einen sehr eingeschränkten Indikationsbereich wie z.B. kleine Inlays oder Veneers empfohlen werden.
Verbesserte Festigkeit erhöht die klinische Erfolgssicherheit

Für die Herstellung von Vollkronen sind keramische Restaurationssysteme mit verbesserten mechanischen Eigenschaften erforderlich, da anderenfalls mit einem frühzeitigen klinischen Versagen zu rechnen ist.

Eine deutliche Festigkeitssteigerung gegenüber den Feldspat-Verblendkeramiken konnte mit den leuzitverstärkten Glaskeramiken (z.B. Cergo, Degussa Dental/ Hanau; Finesse, Densply DeTrey/Konstanz) erzielt werden, die überwiegend im Heispressverfahren und nach dem Lost-Wax-Prinzip verarbeitet werden.

Adhäsiv befestigte Einzelzahnrestaurationen

Adhäsiv befestigte Einzelzahnrestaurationen Volkeramische Restaurationen, die im Heispressverfahren hergestellt wurden, eignen sich für folgende Indikationen:

  • Inlays
  • Veneers
  • Teilkronen
  • Kronen

Für eine ausreichende klinische Erfolgssicherheit ist bei diesen Materialien eine adhäsive Befestigung zwingend erforderlich.




Klinisch bewährt für adhäsiv befestigte EinzelzahnrestaurationenNach einer mehr als 10-jährigen klinischen Anwendung kann dieses Verfahren als sicher bezeichnet werden. Zudem liefert es zumindest bei einem fünfjährigen Beobachtungszeitraum eine Erfolgssicherheit, die mit der einer metallkeramischen Restauration annähernd vergleichbar ist.
Indikationserweiterung durch innovative vollkeramische Materialien

Eine weitere Ausweitung der Indikation für vollkeramische Systeme konnte nur durch den Einsatz von Keramiken mit deutlich höheren Dauerfestigkeitswerten wie z.B. Aluminium- und Zirkonoxid erzielt werden. Aluminiumoxid wird bereits seit mehreren Jahrzehnten zur Verstärkung von Dentalkeramiken genutzt. Die Verwendung von porösen-glasinfiltrierten-Gerüsten aus Aluminiumoxid oder dicht gesinterten Aluminiumoxidstrukturen fürt bei Einzelkronen und kleineren Frontzahnbrücken zu einer ausreichenden klinischen Erfolgsprognose.

Neben einer Indikationserweiterung war mit der Nutzung von vollkeramischen Restaurationen auf Aluminiumoxidbasis auch eine konventionelle Zementierung möglich geworden. Die Herstellung von Seitenzahnbrücken auf der Basis dieses Materials ist jedoch aufgrund der limitierten mechanischen Eigenschaften nicht Erfolg versprechend.


Problematik von Brückenkonstruktionen im Seitenzahnbereich

Vollkeramische Brückenkonstruktionen im Seitenzahnbereich waren also trotz der erheblichen Fortschritte in den letzten 20 Jahren nicht mit einer ausreichenden klinischen Erfolgsprognose anzufertigen. Für Seitenzahnbrücken waren bislang also metallkeramische Konstruktionen die einzig verfügbare Materialkombination mit ausreichender klinischer Erfolgssicherheit. Die metallkeramische Brücke kann dabei als teil- oder vollverblendete Konstruktion ausgeführt werden.


Zirkonoxid als Gerüstwerkstoff der ZukunftMit Yttriumoxid stabilisiertes Zirkonoxid ist aufgrund seiner - gegenüber Aluminiumoxid - nochmals gesteigerten Festigkeit ein geeigneter keramischer Gerüstwerkstoff für Brückenkonstruktionen im Seitenzahnbereich. Die Nutzung in der zahnärztlichen Prothetik scheiterte bislang jedoch an der schwierigen Bearbeitung im dicht gesinterten Zustand.